Einsichtsdialog-Berlin

 

Einen Raum der inneren Weisheit öffnen 

In der gemeinsamen Praxis schaffen wir einen Raum, in dem jede*r die eigene Weisheit entdecken kann. Es ist hilfreich, wenn eine Person die Rolle der Moderation übernimmt. Sie achtet auf den zeitlichen Rahmen, bereitet Kontemplationen vor und begleitet den Ablauf der Zusammenkunft mit Achtsamkeit. 

Unsere Praxis basiert auf Vertraulichkeit. Wir verzichten darauf, Ratschläge zu geben, und es besteht keine Erwartung, dass die sprechende Person die zuhörende unterhalten muss. Vielmehr lassen wir Stille zu, hören tief zu und geben Raum für authentische Erfahrung. 

Ein guter Einstieg in die gemeinsame Kontemplation ist eine stille oder angeleitete Meditation. Sie hilft uns, zur Ruhe zu kommen und bewusst im gegenwärtigen Moment anzukommen. Anschließend erinnern wir uns an grundlegende Richtlinien für unsere Praxis: innehalten, entspannen, öffnen, sich einstimmen auf das, was entsteht sowie die Wahrheit sprechen und tief zuhören. 

Bevor wir kontemplieren, muss entschieden werden, wer zuerst spricht und wer zuhört. Nach einer gewissen Zeit wechseln die Rollen und können manchmal im offenen Dialog wegfallen. 

Wenn wir uns gegenübersitzen, kann Augenkontakt praktiziert werden, sofern er als angenehm empfunden wird. Gleichzeitig ist es völlig in Ordnung, immer wieder die Augen zu schließen, um tiefer ins Innehalten zu finden. 

Beispiele für Kontemplationen sind: 

  • Was nehme ich im gegenwärtigen Moment wahr?

  • Wie erlebe ich Dankbarkeit?

  • Was unterstützt mich darin, großzügig zu sein?

  • Woran halte ich fest?

Die Kontemplationen sollten eine Verbindung zur buddhistischen Lehre und Praxis haben und uns dabei unterstützen, beides tiefer zu erforschen und in unserer eigenen Erfahrung zu verankern. 

Die Einladung ist stets, weniger nachzudenken und stattdessen tiefer in das unmittelbare Erleben einzutauchen. Aus dieser Erfahrung heraus kann sich eine Wahrheit entfalten, die nicht intellektuell konstruiert, sondern aus der Tiefe des eigenen Seins ausgesprochen wird. Dabei wird die sprechende Person vom wohlwollendem Zuhören ihres Gegenübers unterstützt, Zugang zu ihrer eigenen Weisheit zu finden. 

Die moderierende Person schlägt nach einigen Minuten eine Klangschale und lädt zum Innehalten ein – ein Moment der Stille, in dem wir nachspüren, bevor wir weitergehen. 

Zum Abschluss kommen wir als Gruppe wieder zusammen, um gemeinsam zu reflektieren und Erfahrungen sowie Einsichten zu teilen. Dies bietet die Möglichkeit, aus dem Gesagten noch einmal schöpferisch zu lernen und die Verbundenheit in der Praxis zu vertiefen. Häufig endet die Sitzung mit dem Teilen der Verdienste, indem wir unsere Praxis allen fühlenden Wesen widmen und dem Wunsch „Möge Friede sein.“